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Koordinierte Durchsuchungen treffen mutmaßliche Betreiber illegaler Online-Glücksspielangebote im Rhein-Main-Gebiet

Geschrieben von Katja Lange · 10.9.2026

Koordinierte Durchsuchungen treffen mutmaßliche Betreiber illegaler Online-Glücksspielangebote im Rhein-Main-Gebiet

Polizeieinsatz bei Razzien gegen illegale Glücksspielbetreiber in Frankfurt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat zusammen mit Steuerfahndern, dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und Polizeikräften am 11. September 2026 elf Objekte durchsucht, wobei über einhundert Beamte zum Einsatz kamen und die Aktion sich hauptsächlich auf Frankfurt sowie das umliegende Rhein-Main-Gebiet konzentrierte. Fünf Personen stehen im Verdacht, seit mindestens Juli 2021 unzulässige Online-Glücksspielplattformen betrieben zu haben, bei denen die kumulierten Einsätze zwischen Mitte 2021 und Ende 2023 mehr als 5,86 Milliarden Euro erreichten.

Ablauf und Umfang der Ermittlungsmaßnahmen

Die Ermittler vollstreckten Haftbefehle, beschlagnahmten mehrere hochpreisige Fahrzeuge, sperrten Bankkonten und verhängten eine vorläufige Vermögensbeschlagnahme in Höhe von 82 Millionen Euro. Gleichzeitig wird den Beschuldigten eine erhebliche Steuerhinterziehung vorgeworfen, deren Schaden allein für das Jahr 2024 auf rund 77,6 Millionen Euro geschätzt wird. Die koordinierten Maßnahmen erfolgten auf Basis von Erkenntnissen, die Steuer- und Strafverfolgungsbehörden in den vergangenen Monaten zusammengetragen hatten.

Finanzielle Dimensionen und rechtliche Vorwürfe

Zwischen Juli 2021 und Dezember 2023 erzielten die Plattformen dem Ermittlungsstand zufolge Wetteinsätze von über 5,86 Milliarden Euro, wobei die Angebote ohne die nach dem Glücksspielstaatsvertrag erforderliche Lizenz betrieben worden sein sollen. Die Behörden gehen davon aus, dass die erzielten Umsätze nicht ordnungsgemäß versteuert wurden, was zu der genannten Steuerschadensprognose für 2024 führte. Ein Großteil der beschlagnahmten Vermögenswerte steht im unmittelbaren Zusammenhang mit den mutmaßlichen Plattformaktivitäten.

Beschlagnahmte Fahrzeuge und Dokumente bei Ermittlungen gegen Online-Glücksspielring

Zusammenarbeit der beteiligten Behörden

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt leitete die Operation, während das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen mit seiner Abteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität sowie Steuerfahnder und Einsatzkräfte der hessischen Polizei unterstützten. Diese ressortübergreifende Struktur ermöglichte es, sowohl strafrechtliche als auch steuerliche Aspekte parallel zu bearbeiten und die erforderlichen Beschlagnahme- und Sicherstellungsmaßnahmen zeitgleich durchzuführen. Die beteiligten Stellen tauschten während der Vorbereitung Erkenntnisse aus, um die Zielobjekte und die beteiligten Personen präzise zu identifizieren.

Aktueller Stand der Verfahren

Nach Abschluss der Durchsuchungen laufen die Auswertungen der sichergestellten Daten und Unterlagen, während die Ermittlungen zu weiteren möglichen Beteiligten und Geldflüssen fortgesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft, inwieweit die Plattformen mit weiteren Serverstandorten oder Zahlungsdienstleistern verbunden waren. Bislang liegen keine Informationen zu Freilassungen oder weiteren Festnahmen vor, die über den vollstreckten Haftbefehl hinausgehen.

Ausblick auf weitere Ermittlungsschritte

Die Behörden werten derzeit digitale Spuren und Finanztransaktionen aus, um das Ausmaß der Plattformaktivitäten vollständig zu erfassen und mögliche Verbindungen zu anderen Anbietern zu prüfen. Die Vermögenssicherung in Höhe von 82 Millionen Euro bleibt bestehen, bis über die endgültige Einziehung entschieden wird. Parallel dazu arbeiten Steuerbehörden an der genauen Bezifferung weiterer Steuerausfälle, die über die bereits genannte Prognose für 2024 hinausgehen könnten.

Zusammenfassung

Die im September 2026 durchgeführten Maßnahmen zeigen die enge Verzahnung von Strafverfolgung und Steueraufsicht bei der Bekämpfung unerlaubter Online-Glücksspielangebote. Die beteiligten Behörden haben mit der Sicherstellung von Fahrzeugen, Konten und Vermögenswerten sowie der Festnahme eines Beschuldigten erste Ergebnisse erzielt, während die Auswertung der Beweismittel weiterläuft. Weitere Details zu den Verfahren werden voraussichtlich erst nach Abschluss der Ermittlungen bekanntgegeben.